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Gleichbehandlung durch Frauenförderung

Im Stadtmagistrat Innsbruck arbeiten aktuell 1.660 Personen – 852 davon sind weiblich. Seit 2015 fördert die Stadt Innsbruck diese Quote unter anderem mit dem Frauenförderungsprogramm.

Knapp über 8,8 Millionen Menschen leben laut Statistik Austria 2018 in Österreich – rund 4,5 Millionen davon sind Frauen – und damit beinahe 51 Prozent. In Innsbruck hingegen sind die Männer leicht in der Überzahl (68.232 Männer und 68.011 Frauen,
Stand 1. Jänner 2019). „Besonders die Berufswelt ist auch im Jahr 2019 in weiten Bereichen noch männlich dominiert. Mit dem Frauenförderungsprogramm strebt die Stadt Innsbruck die Anhebung des Frauenanteils im Stadtmagistrat an“, erklärt Bürgermeister Georg Willi. „Es geht dabei nicht um eine Bevorzugung der weiblichen Bewerberinnen, sondern um eine tatsächliche Gleichbehandlung und Chancengleichheit“, erläutert Willi. Ziel des Programms ist es, für Frauen bestehende Nachteile
zu beseitigen bzw. auszugleichen und den Frauenanteil in allen Organisationseinheiten, auf allen Hierarchieebenen und in allen Funktionen zu erhöhen. „Die Stadt Innsbruck bekennt sich zu einer aktiven Gleichbehandlungspolitik, um Chancengleichheit für
Frauen und Männer zu gewährleisten“, ist dem Frauenförderungsprogramm beispielsweise zu entnehmen. Die Umsetzung des Programms ist Teil der Aufgabe der Führungskräfte der Stadt.

Beteiligungen schließen sich an

All jene städtischen Tochtergesellschaften, die zu 100 Prozent der Stadt gehören, sowie jene, in denen der städtische Anteil mehr als 50 Prozent beträgt, beteiligen sich ebenfalls an diesem Programm. Neben der Förderung der Frauenquote in Vollzeitbeschäftigung soll auch die Teilzeitbeschäftigung für Männer erhöht werden.

Ansprech- und Kontrollorgan

Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Gleichbehandlung und Frauenförderung nimmt die Gleichbehandlungsbeauftragte ein. Sie ist im Zuge eines jeden Bewerbungsverfahrens über die eingelangten Bewerbungen in Kenntnis zu setzen. Bei  Leitungsfunktionen ist sie zudem verpflichtend zu den Aufnahme- und Auswahlgesprächen eingeladen. Zusätzlich ist sie Anlaufstelle für Fragen und notwendige Beratung in Sachen Gleichbehandlung. Sie hat auch die Möglichkeit, Anträge an die Gleichbehandlungskommission zu stellen und bei Bedarf Anzeige bei der Disziplinarbehörde zu erstatten. Seit drei Jahren übt Monika Erharter diese Funktion im Stadtmagistrat aus. „Als Gleichbehandlungsbeauftragte ist es mir wichtig, strukturelle
Gegebenheiten, die zum Nachteil des einen oder anderen Geschlechtes führen, aufzuzeigen und wenn möglich zu verändern, zu verbessern und zu modernisieren. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, immer mit sachlicher und fachlicher Kompetenz die Problematik anzusprechen und partnerschaftlich, im Dialog mit den zuständigen Dienststellen, zu lösen“, erklärt sie. Gleichbehandlungsbeauftragte werden in der Regel für fünf Jahre bestellt und sind unabhängig und weisungsfrei.

Gleichbehandlungsbericht gibt Aufschluss

Regelmäßig erscheint ein interner Gleichbehandlungsbericht, der zentrale Aufschlüsse zu diesem Thema liefert: Verfasst von der Gleichbehandlungsbeauftragten, zeigt der Bericht beispielsweise auf, wie sich die Geschlechterverteilung in Führungspositionen oder jene in Voll- und Teilzeitbeschäftigung darstellt. „Aktuell zeigt sich in diesem Zusammenhang noch immer: Vollzeit ist männlich, Teilzeit weiblich. Hier gilt es in den Köpfen aller zu verankern, dass dies nicht zwingend so sein muss“, erklärt Erharter. Seit einigen Monaten gibt es außerdem für alle MitarbeiterInnen eine Broschüre, die Antworten auf viele Fragen zu Themenbereichen wie Pensionssplitting, Schwangerschaft, Geburt, Karenz, Schutzfristen und Altersteilzeitbeschäftigung liefert. „Information
ist ein ganz wichtiges Instrument, um besonders Frauen von ihren Rechten und Möglichkeiten zu überzeugen“, weiß die Gleichbehandlungsbeauftragte.

Stadtsenat weiblich dominiert

Vier von sieben Stadtsenatsmitgliedern in der Tiroler Landeshauptstadt sind weiblich. Damit sind die Frauen in der Überzahl. Mit Vizebürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Stadträtin Andrea Dengg, Stadträtin Mag.a Elisabeth Mayr und Stadträtin Mag.a Uschi Schwarzl stellen die Politikerinnen mehr als die Hälfte des Gremiums. „Ich finde es wichtig, dass beide Geschlechter im Stadtsenat vertreten sind“, ist Bürgermeister Georg Willi von der guten Durchmischung überzeugt. DH