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Das Gasthaus Froneben im Jahr 1962
Das Gasthaus Froneben im Jahr 1962

Die Fronebenalm im Stubaital

Neben der Erledigung der vielfältigen Verwaltungsaufgaben ist die Stadt Innsbruck an vielen wirtschaftlichen Einrichtungen beteiligt. Darüber hinaus ist die Stadt im Besitz zahlreicher Liegenschaften, wie etwa der Erholungshäuser in Westendorf, dem Achensee oder der Fronebenalm im Stubaital.

Almen sind aus dem alpinen Landschaftsbild nicht wegzudenken und erfüllen mehrere zentrale Aufgaben. Grundlegend ist natürlich der wirtschaftliche Faktor: Almen werden bewirtschaftet, um Einkommen zu erzielen. Daneben erhalten Almen Böden, Flächen und Wasserwege im alpinen Bereich, sind eine beliebte Naherholungsmöglichkeit und üben zudem die Funktion als Bewahrerin von Tradition und Brauchtum aus. Die Stadt Innsbruck ist im Besitz mehrerer Almen. Die meisten von ihnen liegen im Stadtgebiet, wie etwa die Arzler Alm, die Bodensteinalm, die Höttinger Alm, die Möslalm und die Umbrüggler Alm. Die Guggenalm am Achensee und die Fronebenalm im Stubai bilden hier eine Ausnahme. Die Fronebenalm, zum Gemeindegebiet von Telfes gehört, liegt auf einer Höhe von 1.306 Metern oberhalb von Fulpmes unweit der Mittelstation im Ski- und Wanderzentrum Schlick2000. Sie grenzt an die Galtalm und die Schlickeralm. Die Alm hat eine Fläche von rund 20 Hektar, die sich im Eigenbesitz der Stadt Innsbruck befinden. Dazu kommen noch etwa 170 Hektar Weiderechte in der Umgebung. Über lange Zeit wurde die Alm als reine Almwirtschaft geführt, ab Mitte der 1950er Jahre kam dann noch der Gastbetrieb dazu. Heute ist die Fronebenalm ein
beliebtes Ausflugsziel für Wanderinnen. Neben der Erledigung der vielfältigen Verwaltungsaufgaben ist die Stadt Innsbruck an vielen wirtschaftlichen Einrichtungen beteiligt. Darüber hinaus ist die Stadt im Besitz zahlreicher Liegenschaften, wie etwa der Erholungshäuser in Westendorf, dem Achensee der der Fronebenalm im Stubaital. und Wanderer, MountainbikerInnen und SchifahrerInnen. Vor allem die Winterzeit zwischen Weihnachten und Ostern hat sich als stärkste Zeit herauskristallisiert.

Von Namen und BesitzerInnen

Die genaue Bedeutung des Namens ist unklar. Eine Herleitung des Namens Froneben kommt vom althochdeutschen Wort „fruma“, was so viel wie Nutzen oder Gewinn bedeutet. Die Anfänge der Alm sind nicht greifbar, doch stand sie bis zum Ende des 13. Jahrhunderts im Grundeigentum der Herren von Freundsberg. Die älteste Nennung der Alm findet sich in einer Urkunde der Herren von Trautson zu Matrei aus dem Jahr 1300. Dort wird sie als „schwaige zu Varmeben“ genannt. In einem Verzeichnis der Besitzungen des Hans Trautson im Jahr 1412 wird die Alm „Frumeben im Stubay“ genannt. Die weitere Besitzgeschichte zeigt, dass Froneben immer wieder von Familien über mehrere Generationen bewirtschaftet wurde. So hatten etwa die Familien Jenebein und Roth die Alm über mehr als eineinhalb Jahrhunderte inne.

Josef Riehl und die Fronebenalm

Am 23. Februar 1906 erwarb Ing. Josef Riehl die Fronebenalm. Riehl, der 1904 die Stubaitalbahn plante und ausführte, hatte Spektakuläres vor. Er ließ vom Meraner Architekturbüro Musch & Lun, dem zu dieser Zeit in künstlerischer und technologischer Hinsicht führenden Bauunternehmen Südtirols, unmittelbar bei der Endstation der Stubaitalbahn das Grandhotel Stubai errichten. Von dort projektierte er eine Seilschwebebahn, die von Fulpmes auf die Fronebenalm führen sollte. Riehl suchte mehrere Male vergeblich bei der Gemeinde Telfes um eine Gasthaus-Konzession an. Aufgrund Geldmangels konnte Josef Riehl sein Seilbahnprojekt aber nicht umsetzen. Erst ein halbes Jahrhundert später wurde Riehls Idee mit der Eröffnung des Berglifts Fulpmes-Froneben umgesetzt.

Froneben im Besitz der Stadt

Mit Vertrag vom 19. Dezember 1916 verkaufte Riehl schließlich die Alm an die Stadt Innsbruck, die seitdem Eigentümerin der Liegenschaft ist. Über die ersten Jahrzehnte, in denen sich die Alm im Besitz der Stadt befand, ist nichts bekannt, außer dass sie landwirtschaftlich genutzt wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges diente Froneben als Kinderheim für tuberkulosegefährdete Kinder. 1947 wurde das Heim nach Buchwies bei St. Johann verlegt. Im Weiteren diente Froneben bis in die späten 1960er Jahre
als Müttererholungsheim der Stadt Innsbruck, wo bedürftige und kinderreiche Innsbrucker Mütter Ruhe und Entspannung fanden. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon eine Jausenstation.

Auf dem Weg zur Gastwirtschaft

Für die Entwicklung der Alm und der Gastwirtschaft waren die zahlreichen Gebietsverkäufe, welche die Stadt gegenüber der Schlick2000 GmbH tätigte, von entscheidender Bedeutung. Durch diese Verkäufe war es erst möglich, dass sich das Gebiet zu einem Wander- und Tourismusmagneten entwickelte und viele Sport- und Bergbegeisterte anlockte. Über die Jahrzehnte war das alte Gebäude des Gasthauses sanierungsbedürftig, sodass es 1959 abgetragen werden musste. Zwei Jahre ruhte der Betrieb, dann wurde eine neue Gastwirtschaft im alten Gesindehaus eingerichtet. In den Folgejahren erfolgten mehrere Zu- und Umbauten, so etwa 1983 die Erweiterung der Gastwirtschaft um einen zusätzlichen Raum und der Einbau neuer Toiletten wie auch
die Errichtung eines neuen Stallgebäudes Ende der 1980er Jahre. Anlässlich der 100-Jahr-Feier von Froneben als städtische Alm fand eine umfangreiche Generalsanierung statt und es wurde ein neuer Brunnen errichtet. Mit der Eröffnung des Baumhauswegs, einem leicht begehbaren Erlebnisweg vor allem für Familien mit Kindern, im Jahr 2017, wurde ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, die Fronebenalm und ihre Nachbaralmen zu besuchen und Natur und Landschaft zu genießen. RK