Innsbrucker Kläranlage wird zur Energiezentrale
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Innsbrucker Kläranlage wird zur Energiezentrale

Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB)

04.10.2011

Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) gibt den Bau einer Photovoltaik-Anlage als Teil der „Energiezentrale Rossau“ bekannt. In der sogenannten „Energiezentrale Rossau“ geht es um den energieeffizienten Einsatz verschiedenster Technologien und ihr Zusammenspiel, um sauberen Strom und Wärme aus regenerativen Quellen zu erzeugen. Im März dieses Jahres erhielt die IKB dafür den Energie-Innovationspreis „Epcon Award 2011“ als innovativster Energiedienstleister Österreichs.

Photovoltaik-Anlage der IKB bis Ende des Jahres in Betrieb
„Die IKB setzt sich mit ihrer technischen Kompetenz seit Jahren für eine lebenswerte und gesunde Umwelt ein. Mit dem Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage bei der Kläranlage Rossau setzen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Ausbau erneuerbarer Energie“, so DI Harald Schneider, Vorstandsvorsitzender der IKB. Bei einer Leistung von ca. 100 Kilowattpeaks werden bei der in Bau befindlichen Photovoltaik-Anlage ca. 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Damit könnte ein Elektroauto 1.500.000 km zurücklegen, also 37 Mal die Erde umrunden, oder könnten 33.000 LED-Lampen betrieben werden.
Die Photovoltaik-Anlage auf dem Areal des Klärwerks ist seit Ende Oktober 2010 geplant worden. Baubeginn ist Mitte/ Ende Oktober 2011. Mit der Fertigstellung kann mit Ende November dieses Jahres gerechnet werden.
Die Kosten für diese PV-Anlage werden mit ca. € 300.000,- veranschlagt. Zur Stromerzeugung werden nach Fertigstellung etwa 700 qm (Quadratmeter) Photovoltaik-Fläche zur Verfügung stehen. Die Nutzungsdauer wird mit 25 Jahren veranschlagt.
Diese PV-Anlage wird von IKB-eigenen Mitarbeitern als Baustein der Energiezentrale Rossau errichtet. Es handelt sich um eine fest installierte Anlage mit einem optimal zur Sonne ausgerichteten Neigungswinkel. Die PV-Anlage der IKB dient unter anderem dazu, Erfahrungen in der Optimierung von Montage und Installation weiter zu entwickeln. Es geht darum, Montage und Installation von PV Anlagen so zu verbessern, dass diese für starke Föhnlagen, die in der Inntalfurche häufig auftreten, ideal angepasst werden können. Diese Erfahrungen fließen in das neue Photovoltaik-Dienstleistungspaket der IKB (Beratung, Planung und Montage aus einer Hand) ein. Die PV-Anlage der IKB gilt als Musterbeispiel für eine verbrauchsnahe Stromerzeugung mit erneuerbarer Energie, weil ein Großteil des erzeugten Stroms direkt vor Ort – in der Energiezentrale Rossau – eingesetzt werden kann. Damit können Netzverluste durch längere Übertragungswege vermieden werden. Dies ist ein wichtiges Qualitätskriterium beim Einsatz erneuerbarer Energie. Die Wasserkraft ist jener erneuerbare Energieträger mit dem höchsten Potential in Tirol. Dahinter bietet sich die Photovoltaik als weitere Alternative zur Stromerzeugung aus beispielweise Atomstrom oder Steinkohle an, weil die relativ hohe Sonnenscheindauer in Tirol (je nach Standort) eine Nutzung der unerschöpflichen Energie der Sonne nahe legt.

Ab Mitte dieser Woche können sich interessierte Bürger auf der IKB-Website www.ikb.at darüber informieren, wie viel Energiepotenzial ihr eigenes Hausdach hat. Durch adressgenaues Hineinzoomen in eine digitale Karte kann abgeleitet werden, ob eine Photovoltaik-Nutzung des eigenen Daches sinnvoll sein kann. Bei der Umsetzung der eigenen Photovoltaik-Anlage findet man in der IKB den kompetenten und unabhängigen Partner.

Der Ausbau von privaten, betrieblichen und öffentlichen Photovoltaik-Anlagen wird von der IKB durch dieses Komplett-Angebot forciert. Die neue Dienstleistungseinheit bietet einen Service an, der Beratung, Projektierung, Planung und Kalkulation, Fördermanagement, Montage und Prüfung sowie die Inbetriebnahme eines Sonnenkraftwerkes umfasst. IKB-Vorstandsvorsitzender DI Schneider: „Die Einführung des Full-Service-Paketes für Photovoltaik-Interessierte im Herbst dieses Jahres sehe ich als konsequente Fortsetzung des Weges hin zu einer breiten Nutzung erneuerbarer Energieformen.“

Energie aus Abfall
Auch in den Abwässern und Bioabfällen Innsbrucks liegen Energiequellen, die die IKB verstärkt nützt. Mit einer intelligenten Verknüpfung innovativer Technologien – wie Biofermentation, Photovoltaik und Solar – soll die Energiezentrale Rossau aus verschiedenen Quellen Wärme und Strom erzeugen.
In der Biofermentations-Anlage im IKB-Klärwerk werden Bioabfälle und Klärschlamm im Faulturm zu Biogas vergoren. Das aus Abfällen gewonnene Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk vor Ort verbrannt und zur Nutzung von Strom und Wärme eingesetzt.

Ein weiterer Baustein der Energiezentrale Rossau ist die Nutzung der Restwärme aus dem Abwasser der Innsbrucker Kanalisation mittels einer Wärmepumpe.

Das Ziel der IKB ist es, das vorhandene Wärmepotenzial der Kläranlage Innsbruck – Abwärme aus Abwasser und Biogas – gesamthaft als regenerative und daher nachhaltige Energiequelle zu nutzen. So wird die Umwelt geschont und ein weiterer Schritt in eine Zukunft mit erneuerbarer Energie gemacht. Die Energiezentrale Rossau ist zudem ein Musterbeispiel für regionale Wertschöpfungskreisläufe – die unterschiedlichen Quellen zur Energieerzeugung werden dort derzeit und in den nächsten Jahren schrittweise erschlossen.
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